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Razam e.V. unterstützt den Protest gegen den Auftritt von Andrej Bagaj, Botschaftsrat der Russischen Botschaft in Berlin, am 22. Oktober in Bremen

Nachtrag vom 22. Oktober 2026: Die Veranstaltung wurde abgesagt, nachdem der Vermieter vom Mietvertrag zurückgetreten ist. Wir begrüßen diese Entscheidung.

Razam e.V. unterstützt den Protest des Antikriegskollektivs der Russländer*innen in Bremen gegen den Auftritt von Andrej Bagaj, Botschaftsrat der Russischen Botschaft in Berlin, am 22. Oktober in Bremen. Bereits in unserem offenen Brief vom 18. September 2024 haben wir uns unmissverständlich von den Versuchen des Vereins Deutsch-Russische Friedenstage Bremen e.V. distanziert, historische Fakten zu manipulieren und Belarus und die belarusische Geschichte politisch zu instrumentalisieren. Damals ging es unter anderem um das Massaker von Chatyn, mit dem bei Deutschen Schuldgefühle gegenüber Russland geweckt werden sollte, obwohl deutsche Besatzungstruppen dort 1943 einen Massenmord an der belarusischen Zivilbevölkerung verübt haben. Nun bietet derselbe Verein einem offiziellen Vertreter des russischen Staates eine Bühne, um über eine „europäische Friedensarchitektur“ zu sprechen. Den Angriffskrieg gegen die Ukraine, die Besetzung ukrainischer Gebiete und die täglichen zivilen Opfer erwähnt die Ankündigung mit keinem Wort. Für uns Belarusinnen und Belarusen ist das keine abstrakte Frage: 2022 wurde der Angriff auf die Ukraine auch von belarusischem Territorium aus geführt, und der russische Staat stützt das Regime, das in Belarus Andersdenkende verfolgt und politische Gefangene festhält. Belarus ist kein verlängerter Arm Russlands, sondern eine souveräne Nation mit eigener Geschichte, Kultur und Identität. Frieden in Europa ist nur möglich, wenn die Souveränität aller Staaten geachtet wird – die der Ukraine ebenso wie die von Belarus. Deshalb rufen wir die Veranstalter auf, die Einladung zurückzuziehen, und bitten die Bremer Bürgerinnen und Bürger, gegenüber russischer Propaganda wachsam zu sein, gerade wenn sie im Namen des Friedens auftritt.

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